Schulkooperationen

KOOPERATION `Musix4u´

Städt. Musikschule & Gymnasium Petershagen

§ 1

Ziele und Grundlagen

Die Städtische Musikschule Petershagen bietet unter der Schirmherrschaft
des Bürgermeisters der Stadt Petershagen am Städtischen Gymnasium Petershagen

– in der Verantwortung einer zu benennenden Lehrkraft der Schule

– das folgende musikpädagogische Angebot an, das von der Schulkonferenz

im Dezember 2015 beschlossen wurde:

Der differenzierte Musikunterricht in der Erprobungsstufe wird nach dem Konzept „MusiX 4U“ durchgeführt. Die unten aufgeführten Vereinbarungen entsprechen der musikpädagogischen Modellerprobung in den Jahren 2016 bis 2017.
Grundlage sind die Gestaltungsmöglichkeiten und Kooperationsformen im Rahmen des Angebotes „Bildungspartner NRW – Musikschule und Schule“ und, teilweise auch hilfsweise, die Rahmenvereinbarung zwischen dem Landesmusikrat, dem Landesverband der Musikschulen, dem Ministerium für Schule und Weiterbildung und dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen über Musik in Ganztagsschulen und Ganztagsangeboten vom September 2012, unterzeichnet am 07. November 2012.

§ 2

Konzept „MusiX 4U“

Mit dem Beginn der Jahrgangsstufe 6 wird der Musikunterricht für 1 1/2 Jahre in Zusammenarbeit mit der Städtischen Musikschule Petershagen erteilt.

1. Die beiden Wochenstunden im Fach Musik gliedern sich in eine Unterrichtsstunde mit traditionellem Musikunterricht und in eine Unterrichtsstunde mit praktischem Musizieren. Damit wird den Schülerinnen und Schülern die Theorie des Musikunterrichts erfahrbar gemacht und die Chance gegeben, Freude am Musizieren mit einem Instrument zu entdecken. Die musikpraktische Unterrichtsstunde wird innerhalb eines Jahrgangs parallel durchgeführt.

2. Die Lehrerinnen und Lehrer der Städtischen Musikschule Petershagen unterrichten in Kleingruppen die Instrumente Violine, Violoncello, Gitarre, E-Bass, Trompete, Querflöte, Klarinette, Altsaxophon, Keyboard (mit traditioneller Klaviertechnik) sowie rhythmische Grundausbildung an Schlagzeug und Perkussionsinstrumenten. Dieser Unterricht wird Instrumentalunterricht genannt. Die Gruppenstärke ergibt sich aus den Anforderungen der Instrumentalausbildung und unterschreitet die Zahl von fünf Schülerinnen und Schülern in der Regel nicht.

3. Die Musiklehrerinnen und Musiklehrer des Gymnasiums unterrichten alle Schülerinnen und Schüler, die kein Instrument erlernen möchten, oder neben dem Instrument, welches sie schon privat spielen, kein weiteres auswählen.
Die Gruppengröße ist von der Wahl der Schülerinnen und Schüler abhängig. Dieser Unterricht wird Musikpraxis genannt und beinhaltet praktisches Musizieren, wie Singen, Bewegung zur Musik und Spiel mit verschiedenen Schlaginstrumenten und Stabspielen.

4. Der Instrumentalunterricht kostet pro Schüler insgesamt 360,00 €.
Dies entspricht einem Stundenpreis von etwa 6,00 €.
An den drei Zahlungsterminen 1. Juni, 1. Dezember und 1. März sind jeweils 120,00 € Gebühren zu entrichten. Der Unterricht in Musikpraxis ist kostenlos.

5. Die Musikschule Petershagen stellt für den Instrumentalunterricht Mietinstrumente zum Preis von 5,00 € pro Monat zur Verfügung. Die Miete beinhaltet keine Instrumentenversicherung. Auf Wunsch kann eine separate und kostengünstige Versicherung über die Musikschule abgeschlossen werden. Die Versicherungskosten richten sich nach dem Wert des Instruments. Informationen erteilt Frau Heckmann (Tel. 05707-9399382). Schülerinstrumente können an Tagen mit musikpraktischem Unterricht in einer dafür vorgesehenen Instrumentenkammer gelagert werden, die zu bestimmten Zeiten geöffnet hat.

6. Alle Schülerinnen und Schüler müssen sich entweder für den Instrumentalunterricht oder für die Musikpraxis entscheiden.

7. In Abhängigkeit vom Instrument und den Ausbildungskapazitäten weichen die Höchstteilnehmerzahlen in den Instrumentalgruppen, in denen auch Instrumente mit verwandter Spieltechnik kombiniert werden können, voneinander ab. Daher ist es erforderlich, dass auf dem beiliegenden Wahlzettel eine Erstwahl und eine Zweitwahl angegeben werden. Beide Wahlen sind gut zu überlegen, da auch die Zweitwahl für die Zuordnung zu einer Instrumentengruppe in Frage kommt.

8. Wenn eine Instrumentengruppe durch die Erstwahl zu groß geworden ist, entscheidet der Planungsausschuss nach dem Zufallsprinzip, wer die Zweitwahl bekommt. Aus der vorausgegangenen Bedarfserhebung im Oktober 2015 geht hervor, dass vermutlich Erst- oder Zweitwahl erfüllt werden können. Einen Überhang gab es erwartungsgemäß bei den Instrumenten-gruppen Gitarre und Percussion (rhythmische Grundausbildung). Diese beiden Instrumentalbereiche können nicht in der Erst- und Zweitwahl miteinander kombiniert werden. Einen Anspruch auf die Erteilung eines spezifischen Instrumentalunterrichts gibt es nicht.

9. Die Note setzt sich aus der Beurteilung des Musikunterrichts in Kombination mit der Beurteilung der musikpraktischen Unterrichtsanteile zusammen.

10. Die Wahl einer Instrumentalausbildung bringt es mit sich, eine angemessene tägliche Übungszeit einzuplanen, um selbst Fortschritte auf dem Instrument zu machen, aber auch die Instrumentalgruppe in ihrem Zusammenspiel nicht zu behindern.

11. Ein Wechsel vom Instrumentalunterricht zur Musikpraxis ist nur während der Probezeit, also in den ersten vier Wochen, möglich. In diesem Fall wird eine Pauschalgebühr in Höhe von 20,00 € (ggf. zuzüglich einer Leihgebühr in Höhe von 5,00 €) berechnet. Die Musikfachlehrer teilen den Wechsel der Musikschulleitung mit. In Einzelfällen können auch die Instrumentallehrer vom Erlernen des gewählten Instruments abraten. Der Instrumentalunterricht kann aus pädagogischen Gründen von den Instrumentallehrern der Musikschule zum jeweiligen Monatsende gekündigt werden.

12. Die Gebühren für den Instrumentalunterricht, die die Musikschule erhebt, sind auf ein Minimum reduziert. Bei einem vorzeitigen Beenden des Instrumentalunterrichts durch die Schülerinnen und Schüler müssen die Gebühren für die gesamte Laufzeit von eineinhalb Jahren bezahlt werden.

13. Diejenigen, die Schwierigkeiten mit der Finanzierung des Unterrichtes und der Leihgebühren haben, können bei der Sozial- und Schulverwaltung der Stadt Petershagen einen Antrag für einen Zuschuss stellen. Um nähere Informationen zu erhalten, wenden Sie sich bitte an Herrn Scheumann
(Tel. 05702-822162).

§ 3

Räume und Anlagen

Die Schule stellt die notwendigen Räume und Anlagen zur Verfügung. Es können auch Räume und Anlagen von der Musikschule oder von Dritten verwendet werden, wenn sie für Schülerinnen und Schüler fußläufig erreichbar sind.

§ 4

Unterrichtszeit, -tag und -dauer

Der differenzierte Musikunterricht findet für die Jahrgangsstufen 5 und 6 am Mittwoch in der 5. und 6. Unterrichtsstunde statt. Die Dauer des Angebots beträgt für jeden Jahrgang 45 Unterrichtsminuten. Die Schulstunden werden von weiteren Schulveranstaltungen freigehalten.

§ 5

Teilnahme der Schülerinnen und Schüler

Die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an den Angeboten der Musikschule erfolgt auf Wunsch der Erziehungsberechtigten. Die Schule übermittelt alle notwendigen Informationen an die Musikschule. Die beauftragte Lehrkraft des Gymnasiums und die Fachkräfte der Musikschule informieren sich gegenseitig über Fehlzeiten der Schülerinnen und Schüler.

§ 6

Fach- und Dienstaufsicht der Musikschullehrkräfte beim Unterricht

Die Schulleiterin/der Schulleiter führt zu Beginn eines Schuljahres mit den von der Musikschule vorgesehenen Fachkräften ein Gespräch. Die Fachaufsicht über die eingesetzten Lehrkräfte obliegt der Musikschule, die Dienstaufsicht obliegt der Schulleiterin / dem Schulleiter.

§ 7

Erkrankung der Musikschullehrkräfte

Erkrankungen der Lehrkräfte werden auf dem Dienstweg gemeldet und an das Gymnasium weitergeleitet. Die Schülerinnen und Schüler der betroffenen Instrumentalgruppen nehmen in diesem Fall am Unterricht der Fachlehrer des Gymnasiums teil. Sofern im laufenden Schuljahr der Instrumentalunterricht von Seiten der Musikschule mehr als zweimal nicht erteilt werden kann, und diesbezüglich kein realistischer Nachholtermin angeboten wird, erfolgt die Rückerstattung eines Monatsbeitrags in Höhe von 20,00 €.

§ 8

Pflichten der Musikschullehrkräfte

Die jeweilige Fachkraft der Musikschule führt eine Anwesenheitsliste, notiert Fehlzeiten und protokolliert den Inhalt ihrer Tätigkeit. Sie legt zum Abschluss eines jedes Schuljahres den Schulleitungen die Protokolle vor.

§ 9

Schülerbeurteilung

Die Pflicht der Notengabe verbleibt bei den Fachlehrern des Gymnasiums. Die Instrumentallehrer halten ihre Beobachtungen zum Lernfortschritt der Instrumentalisten einmal im Quartal auf Ratingbögen fest und übermitteln diese vierzehn Tage vor dem Quartalstermin zur Sonstigen Mitarbeit an die Fachlehrer. Die Fachlehrer besuchen in der darauf folgenden Woche ihre Schülerinnen und Schüler im Instrumentalunterricht und bilden aufgrund ihrer Beobachtungen sowie der Einschätzung der Instrumentallehrer eine Quartalsnote, die sich aus den Teildisziplinen Musikunterricht und Musikpraxis zusammensetzt. Während dieser Besuche erhalten die vier Teilklassen der Fachlehrer Vertretungsunterricht. Ergänzende Besuchs- oder Vorspieltermine können bei Bedarf vereinbart werden.

§ 10

Regelmäßige Evaluation

Die Kooperationspartner verpflichten sich zur regelmäßigen Evaluation in der Form bedarfsgerechter Dienstbesprechungen, bzw. Konferenzen. Die Ergebnisse sind ergebnisorientiert zu protokollieren.

Epilog:

• Musik und Musikalische Bildung sind ein menschliches Grundbedürfnis und Grundrecht.

• Musikalische Bildung und Musikpraxis sind ein Teil der europäischen Kulturtradition. Intensive Beschäftigung mit Musik, Musikunterricht und regelmäßiges Musizieren beeinflussen die kognitive und emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nachhaltig positiv. Sie sind geeignet, Musik zu einem wichtigen Bestandteil für ein gelingendes Leben und einen gelingenden Alltag zu machen.

• Die allgemeinbildende Schule erreicht mit ihrem musikalischen Bildungsangebot alle schulpflichtigen Kinder. Ihre Aufgaben im Musikunterricht und in der Musikpraxis sind ein kontinuierlicher Beitrag zur Allgemeinbildung und zur Heranbildung mündiger Bürger.

• Die öffentliche Musikschule wendet sich mit ihren kostenpflichtigen Angeboten an besonders Interessierte und Motivierte, vorwiegend im schulfähigen Alter, bereitet gegebenenfalls auf ein Musikstudium vor und besitzt ihre Schwerpunkte in der Vermittlung von Fähigkeiten zur praktischen Musikausübung.

• Musikschule und allgemeinbildende Schulen ergänzen einander in ihren Tätigkeitsbereichen. Sie tragen eine gemeinsame Verantwortung für die musikalische Förderung von Kindern und Jugendlichen.

• Die Kooperation von allgemeinbildender Schule und Musikschule ermöglicht allen Kindern und Jugendlichen den Zugang zur musikalischen Bildung und eine verbesserte Teilhabe. Die aktive und intensive Beschäftigung mit einem Instrument verstärkt die auch im allgemeinbildenden Musikunterricht geförderte Entwicklung von Kreativität und Selbstwirksamkeit. Sie trägt somit zur Stärkung der Persönlichkeit junger Menschen bei und fördert darüber hinaus interkulturelles Lernen, die gleichberechtigte Teilhabe von Jungen und Mädchen sowie das gemeinsame Tun von Kindern mit und ohne Behinderung.

• Die öffentliche Musikschule mit ihrem verbindlichen Strukturplan, ihrer durch Rahmenlehrpläne und Fachlehrkräfte garantierten Unterrichtsqualität und ihrer breitgefächerten Palette an musikalischen Unterrichtsfächern ist ein kompetenter, zuverlässiger und gut organisierter Kooperationspartner für die allgemeinbildende Schule.

• Die Angebote der allgemeinbildenden Schule gewähren die Chance von der Kooperation mit der Musikschule zu profitieren. Dies gilt für den Kernbereich des Unterrichts, den Bereich der individuellen Förderung, den Differenzierungsbereich in der Mittelstufe, die Arbeitsgemeinschaften und die Nachmittagsbetreuung.

• Die Kooperation zwischen Musikschule und allgemeinbildender Schule wird durch die Kulturministerien der Länder in der Form von Rahmenvereinbarungen, Richtlinien und weiteren Vorgaben gesichert. Sie schaffen eine organisatorische und inhaltliche Basis für die bildungspolitisch relevante Zusammenarbeit.